Schreibtipps & Links

Tipps, nicht Regeln!

Das Wichtigste vorweg: Es gibt nicht DIE richtige Art zu schreiben. Die folgenden Tipps müssen nicht für jeden oder jede passen. Manche Bücher über kreatives Schreiben stellen Regeln auf, nach denen man vorgehen soll, um ein erfolgreiches Buch zu schreiben. Manche davon können dir vielleicht helfen, andere nicht. Solche Regeln können nur Instrumente sein, die du für dich ausprobieren kannst. Deswegen nennen wir sie Tipps, nicht Regeln. Benutze diese Tipps wie ein Werkzeug. Wenn sie dir helfen, gut, helfen sie nicht, wandele sie für dich ab oder probiere einen anderen Tipp aus. Natürlich kann man auch ganz ohne Tipps einfach schreiben! Wir freuen uns, wenn du uns von deinen Erfahrungen berichtest.

Und nun viel Spaß!

Dein Word up! – Team

Schreibtipp #1

Schreib los

Das Beste, um ins Schreiben zu kommen, ist: Einfach drauflos schreiben. Zettel, Stift und etwas Ruhe sind alles was du brauchst. Denk erst mal nicht zu viel nach, sondern schreibe, was dir in den Sinn kommt. Ganz egal, ob die Sätze und Wörter korrekt geschrieben sind. Ganz egal, was andere zu dem sagen würden, was du schreibst. Und wenn es völliger Quatsch ist und deine Zeilen nur aus einer Aneinanderreihung von Fantasiewörtern bestehen – Hauptsache, du schreibst. Man nennt das Automatisches Schreiben. Schreibe auf diese Weise ein paar Minuten lang und lies es dir durch.

Finde die Juwelen in deinem Text. Wenn ein Wort oder eine Formulierung besonders funkelt, dir etwas besonders gefällt, ist es vielleicht der erste Baustein für eine Geschichte, ein Gedicht oder eine Figur.

Einfach mal abhängen…

Schreibtipp #2

Sei faul

Ja, du hast richtig gelesen: Sei faul, lass dich treiben. Hänge deinen Gedanken nach. Das heißt nicht, dass du dich mit Filmen zudröhnen oder durchs Internet surfen solltest. Gönne deinem Gehirn etwas Ruhe. Probier’s mal mit ausgeschaltetem Handy. Um etwas zu schreiben, lasse zunächst deinen Gedanken freien Lauf. Such dir einen Ort, an dem du dich wohlfühlst und in Ruhe gelassen wirst. Vielleicht kannst du von dort etwas beobachten? Eine Aussicht, eine Landschaft? Vorbeigehende Leute? Tiere? Maschinen? Du kannst auch Musik hören, doch sollte sie dich nicht ablenken. Wenn dein Gehirn zur Ruhe kommen kann, werden die Ideen wie kleine Luftblasen von selbst an die Oberfläche steigen. Sie werden zunächst chaotisch sein oder sich nur allmählich zeigen. Lass dich von dir selbst überraschen, was dir alles in den Sinn kommt.

 

 

Schreibtipp #3

Schreibe täglich

Das heißt nicht, dass du stundenlang an deinem Tisch sitzen und schreiben musst. Manche tun das. Für den Anfang reicht es aber, sich jeden Tag vorzunehmen, wenigstens etwas zu schreiben. Morgens nach dem Aufstehen oder abends vor dem Zubettgehen. In einer Freistunde (oder während einer besonders öden Stunde ;-)? An der Bushaltestelle oder in der Bahn. Du wirst staunen, wie viel man in zehn Minuten schreiben kann, wenn man es erst einmal gewohnt ist. Es ist zunächst unwichtig, was du schreibst. Wichtig ist, dass du es überhaupt tust.

Schreibtipp #4

Beginne mit dir

Wenn du nicht weißt, womit beginnen, beginne mit konkreten Berichten aus deinem Leben. Schreibe Tagebuch, schreibe Dinge auf, die du beobachtet hast oder die dich interessieren. Es können auch Filme sein, die du gesehen oder Bücher die du gelesen hast. Dadurch dass du sie auf deine Weise erzählst, werden sie zu deiner Geschichte (es sei denn, du schreibst sie wortwörtlich ab, aber auch das kann manchmal helfen, einen Einstieg zu finden). Lies dir von Zeit zu Zeit deine Aufzeichnungen durch und bleibe auf diese Weise mit dir selber im Gespräch. Du wirst staunen wie viele kluge Gedanken du hast.

Schreibtipp #5

Ermutigung, nicht Kritik

Wer zu schreiben beginnt, braucht keine Kritik, sondern Ermutigung. Das gilt vor allem auch für die innere Stimme. „Ich kann das nicht“, „Meine Geschichte ist langweilig“, „Meine Sprache ist schlecht“, „Ich habe nichts zu erzählen“ – diese und ähnliche Sätze sind den meisten berühmten Schriftstellerinnen und Schriftstellern irgendwann einmal durch den Kopf gegangen. Wenn es dir auch so geht: Willkommen im Club! Sie sagen aber nichts über dich aus. Was du schreibst, ist erst einmal gut. Wenn du darin später etwas entdeckst, was dich stört, dann machst du es das nächste Mal noch besser. Schreiben ist wie Wachsen. Es beginnt als Keim, als zartes Pflänzchen. Man muss es gießen und schützen, damit es größer werden kann. Also, sage dir immer: Was ich schreibe ist gut, und das nächste wird noch besser. Hüte dich am Anfang auch vor der Kritik der anderen. Suche dir eine oder zwei Personen, denen du vertraust und die dir Mut machen. Du wirst es merken, wenn du diesen Schutz nicht mehr brauchst. Wenn du in deinem Kopf eine Stimme hörst, die sagt: „Du kannst nicht schreiben“, dann schreib, was das Zeug hält und bringe sie zum Schweigen.

Schreibtipp #6

Male Bilder

Schreiben ist wie Malen. Du hast eine Vorstellung davon, wie eine Geschichte abläuft, wie deine Personen aussehen und wie sie so sind. Und das möchtest du beschreiben, damit andere es sehen und miterleben können. Eine Bildbeschreibung zu lesen ist aber langweiliger als das Bild zu betrachten. Darum zeige uns was du siehst so, dass wir es miterleben können: Wie erkennt man, was deine Personen gerade fühlen? Was riechen, was schmecken sie? Welcher Geräusche sind zu hören?

Geben die Landschaft oder das Wetter die Stimmung wieder? Erinnert deine Figur uns an irgendein Tier, eine Maschine, eine Pflanze oder ein Kaugummi? Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, in uns dieselben Bilder zu erzeugen, die du dir beim Schreiben vorstellst.

Schreibtipp #7

Mach mehr Fehler

Hab keine Angst vor schlechten Geschichten. Um herauszufinden, was an einer Geschichte nicht stimmt, schreibe zwei neue und lies dir die allererste noch einmal durch. Stehe zu dem, was du geschrieben hast. Schäme dich nicht deiner Fehler.

Wenn du unzufrieden mit dem bist, was du schreibst, ist das ein gutes Zeichen. Für die, die sofort zufrieden sind, ist der Ozean nur knietief. Natürlich waren es Fehler, aber mache einfach weiter und mach die nächsten – diesmal neue. Du wirst sehen: Die alten Fehler sind das Fundament, auf dem deine neuen guten Texte entstehen.

Schreibtipp #8

Sei genau und ehrlich

Versuche in allem, das du schreibst, genau zu sein. Das heißt nicht, dass du alles bis ins letzte Detail beschreiben musst. Wenn aber deine Heldin lächelt, dann schreibe nicht, „sie lacht“ oder „sie grinst“. Versuche also, die richtigen Wörter zu finden für das, was du sagen möchtest. Wusste ich’s doch, sagst du, Schreiben ist anstrengend. Ja, das kann mühselig sein. Manchmal hilft der Blick in ein Wörterbuch, wenn du unsicher bist. Oder du fragst jemand anders. Aber es ist ein gutes Gefühl, immer neue Wörter kennen zu lernen und sie anwenden zu können.

Genau so ist es mit dem Ehrlichsein. Wenn du schreibst, darfst du schreiben, was deine Fantasie gerade hergibt. Die Geschichten müssen nicht wahr sein. Aber du solltest alles schreiben, was deine Leserinnen und Leser brauchen, um die Geschichte zu verstehen. Sie müssen die Gedanken, Gefühle und Handlungen deiner Figuren nachvollziehen können. Verschweige nichts, was wichtig ist.

Schreibtipp #9

Lesen

Wenn du gerne und viel liest, ist dies kein neuer Tipp für dich. Wer wenig liest, hat immerhin einen Vorteil: Man schreibt garantiert nicht so, wie man es gerade bei jemand anders gelesen hat. Man findet also mit etwas Glück leichter zu einem eigenen Stil. Allerdings wird dieser Stil immer begrenzt bleiben, wenn keine neuen Wörter hinzukommen.

Wer viel liest, lernt auch viele Wörter und Formulierungen kennen. Deswegen lies alles, was dir interessant erscheint. Lies möglichst viel und möglichst verschiedene Sachen. Überlege dir, was du gut und was du schlecht findest. Und warum. Du wirst sehen: Je mehr du liest, umso leichter fallen dir das Lesen und das Schreiben.

Schreibtipp #10

Benutze ein Notizbuch

Wenn du ein Buch liest, wunderst du dich vielleicht manchmal, wie jemand so viele Gedanken und Sätze hintereinander reihen kann. Der Trick: Das Buch ist nicht an einem Tag entstanden. Keine Schriftstellerin und kein Schriftsteller schreibt ohne Pause ein Buch in einem herunter. Meist ist es eine Sammlung von vielen einzelnen Ideen, kurzen Szenen und Sätzen, die irgendwann in ein kleines Notizbuch gekritzelt und erst später ausgeschmückt und in eine Ordnung gebracht wurden.

Oft hat man Ideen für seine Geschichte in den unpassendsten Augenblicken. Dann ist es gut, ein kleines Notizbuch oder einen kleinen Block dabei zu haben, um wenigstens mit ein paar Stichpunkten die Idee aufzuschreiben. Versuch es mal.